Donnerstag, 7. September 2017

In der Stille...



In der Stille
lagen meine Finger
eine Handbreit
neben deinem Herzschlag
lauschten
spürten sich hinein
umfassten den Rhythmus
mit unendlicher Zärtlichkeit...

( Hermann Josef Schmitz )

Samstag, 19. August 2017

Ein kleines Lied...


Ein kleines Lied. Wie geht's nur an,
dass man so lieb es haben kann?
Was liegt darin? Erzähle!
Es liegt darin ein wenig Klang,
ein wenig Wohllaut und Gesang
und eine ganze Seele...
 
(Marie von Ebner-Eschenbach)

Donnerstag, 3. August 2017

Freundesland...


Du bist ein Baum,
der Wurzeln schlägt
in meinem Boden,
die Erde,
die mich hält,
wenn ich entwurzelt bin,
ein See,
in welchen
meine Tränen münden,
ein Fluss,
der sich ergiesst
in meine Wüste.

Du bist für mich Insel
im wogenden Meer,
Gestrandeter
an meinem Ufer.


(Jochen Mariss) 

Mittwoch, 21. Juni 2017

Ich wart' auf dich im Abendwind...




Ich wart' auf dich im Abendwind,
der weithin geht und fern beginnt,
der von mir alles weiss und mehr -
was ohne Worte ist und schwer,
geweint hab ich es in den Wind,
der weithin geht und fern beginnt.

 
(Eva Strittmatter)

Donnerstag, 8. Juni 2017

Das ganze schrecklich schöne Leben...


Man müsste noch mal fünf, sechs Jahre alt sein
und das vergessen, was danach geschehn.
Gleich hinterm Haus würde ein Zauberwald sein
mit bösen Hexen, Rittern und mit Feen.

Man würd´ um Gutenachtgeschichten betteln
und könnt´ nicht wirklich lange ruhig sein.
Man könnte sich minütlich neu verzetteln
und plötzlich sinnlos durch die Gegend schrein.

Der Vater wär´ der stärkste Mann der Welt,
die Mutter schöner als der schönste Morgen.
Und jeden Tag erwachte man als Held,
und jede Nacht wär´ man im lieben Gott geborgen.

Und wenn man fällt, kann man sich fallen lassen.
Du weisst ja, dass dich immer einer fängt.
Kein Sommersonntag würde je verblassen.
Das Leben wär´ von sanfter Hand gelenkt.

Vor lauter Lebenwollen könnte man nicht schlafen.
Man würde immer viel zu früh ins Bett gebracht.
Gesetze, Konten und auch Paragraphen
würden ganz einfach ausgelacht.

Man sähe Riesen mit den Wolken ziehen,
und hinterm Stadtpark parkte schon das Meer.
Und wenn es dunkel wird, 
muss man vor Monstern fliehen,
und alles Schöne endete nie mehr.

Man würd´ auch schreien, strampeln, 
toben, weinen.
Das Leben wäre auch sehr ungerecht.
Doch kurz darauf würde die Sonne 
wieder scheinen.
Am nächsten Morgen wär´ der Tisch gedeckt.

Noch einmal sich vorm Nikolaus erschrecken,
auch wenn er eigentlich wie Papa spricht,
dem Christkind Hand und Herz entgegenstrecken,
auch wenn es sich verbirgt im Kerzenlicht.

Und all die Streitigkeiten und die Tränen?
Und das, was man so schmerzlich doch vermisst?
Man wär´ verzweifelt. 
Doch man würde sich nicht schämen,
nur weil die Welt noch nicht entzaubert ist.

Willst du das wirklich? - höre ich mich fragen.
Noch einmal neu erleben, was danach geschah?
Das ganze Abenteuer noch mal wagen?
Das ganze schrecklich schöne Leben? - Ja!

(Konstantin Wecker)

Mittwoch, 7. Juni 2017

Lass mich einfach nicht mehr los...


Lass mich einfach nicht mehr los,
auch wenn rund um uns die Welt zerbricht.
Selbst wenn nicht mehr so viel für mich spricht -
lass mich einfach nicht mehr los.


Lass mich einfach nicht mehr los,
auch wenn über uns die Vögel ziehn
und in wärmere Gefilde fliehn.
Flieg nur mit, doch lass mich nicht mehr los.


Mag sein - ich will schon wieder viel zu viel.
Und du fragst zu Recht, was dir noch bliebe:
Nichts als diese unbedingte Liebe,
die vom Himmel auf uns beide fiel,


und die Hoffnung, dass sich dann und wann
dieser Zauber wiederfindet
und aus uns´rem Leben nie verschwindet,
was uns aneinander halten kann.


Halt mich fest, wenn ich dereinst verlern',
mich zu halten, wenn die Stürme toben.
Bleib mit mir verbunden und verwoben.
Halt mich fest, wenn ich es einst verlern'.


Bleib bei mir, auch wenn du nicht mehr willst,
wenn dir meine Unzulänglichkeiten
aus den liebevollen Händen gleiten.
Bleib bei mir, wenn du mich nicht mehr willst.


Und mag sein - ich will schon wieder viel zu viel.
Und du fragst zu Recht, was dir noch bliebe:
Nichts als diese unbedingte Liebe,
die vom Himmel auf uns beide fiel,


und die Hoffnung, dass sich dann und wann
dieser Zauber wiederfindet
und aus uns´rem Leben nie verschwindet,
was uns aneinander halten kann.


Lass uns einfach nicht mehr los,
wenn die Zeiten uns auch auseinander treiben
und es schwerer wird, verständnisvoll zu bleiben.
Lass uns einfach nicht mehr los.

 
Lass uns einfach nicht mehr los.

(Konstantin Wecker)

Montag, 5. Juni 2017

Nenn mir ein Wort...


Habe die Sprache
vergessen,
in der wir die Worte
fanden,
füreinander,
die voller Sanftheit
waren,
und Zärtlichkeit.

Nenn mir
ein Wort,
Geliebter,
auf dass die Erinnerung
zurückkehrt
in unsere Herzen
und die Worte
auf unsere Lippen...

(Annette Gonserowski)

Ein Stück Himmel...



Wir sollten
am Abend
vor das Haus treten,
tief die Luft einatmen
und den Blick
zum Himmel richten;
dem Gesang des Vogels
auf dem Dach lauschen
und das milde Licht der Abendsonne
fühlen.
Wir sollten
beim Schliessen der Türen
nicht vergessen,
etwas davon mit ins Haus zu nehmen,
vor allem
ein Stück des Himmels...

(Peter Helbich)

Samstag, 8. April 2017

deine Träume...

 

deine träume, die lieder deines herzens 
will ich beschützen. 
sie in blauen wolkenstoff hüllen
weit entfernt von den groben händen dieser welt 

(Rea Revekka Poulharidou)






Dienstag, 21. März 2017

Schick mir keinen Engel...


Schick mir keinen Engel,
der alle Dunkelheit bannt
aber einen,
der mir ein Licht anzündet

Schick mir keinen Engel,
der alle Antworten kennt
aber einen,
der mit mir die Fragen aushält

Schick mir keinen Engel,
der allen Schmerz wegzaubert
aber einen,
der mit mir Leiden aushält

Schick mir keinen Engel,
der mich über die Schwelle trägt
aber einen,
der in dunkler Stunde noch flüstert: 
 Fürchte dich nicht...

(Elisabeth Bernet)

Samstag, 18. März 2017

Es sieht finster aus in der Welt...



Es sieht finster aus in der Welt,
aber es wird doch Frühling,
und die ewige Heiterkeit 
lacht aus jeder Blume. 

(Hermann Hesse)

Montag, 6. März 2017

Wofür es sich zu leben lohnt...

Für das Rauschen des Meeres,
für das Funkeln der Sterne,
für das Leuchten in den Augen derer, 
die wir lieben.
Für die Musik und für den Tanz,
für die leisen Momente
und für das Innehalten im Trubel der Tage.
Für die Zärtlichkeit
und für die Sonne in unseren Herzen.
Für unsere unermüdliche Hoffnung.

(Jochen Mariss)

Donnerstag, 23. Februar 2017

Was dich glücklich macht...


Jede Begegnung die deine Seele berührt,
hinterlässt eine Spur, die nie ganz verweht.

Manche Begegnungen sind wie Schneeflocken, 
sie berühren dich sanft, 
verursachen eine Gänsehaut 
und verschwinden wieder.

Manche Begegnungen sind wie Regentropfen, 
sie küssen deine Stirn, 
berühren dein Herz 
und nehmen deine Träume mit.

Manche Begegnungen sind wie der Wind, 
sie streicheln deine Haut, 
bringen ein Lächeln auf dein Gesicht
und du fühlst dich wohl bei ihnen.

Manche Begegnungen sind wie Sonnenstrahlen,
sie umarmen dich liebevoll, 
öffnen dir Arme und Herz 
und schenken deiner Seele Geborgenheit.

Manche Begegnungen sind wie Sterne,
sie verzaubern dich, 
bringen deine Augen zum Strahlen 
und bleiben dir ewig in Erinnerung.

Und dann gibt es diese eine Begegnung, 
die dich spachlos macht....

Blick in den Spiegel und staune.

(Verfasser unbekannt)

Oder waren es neun...?




Vielleicht hatten wir nur sieben Nächte,
ich weiss nicht,
ich habe sie nicht gezählt.
Wie hätte ich sie auch zählen können.
Vielleicht nicht mehr als sechs.
Oder waren es neun?
Ich weiß nicht,
aber sie waren soviel wert,
wie die allerlängste Liebe.
Vielleicht kann man
mit vier oder fünf Nächten wie diesen,
aber genau solchen wie diesen,
vielleicht kann man leben,
wie mit einer langen Liebe
ein ganzes Leben.

( Idea Vilariño)

Sonntag, 5. Februar 2017

Weil Steine leise sprechen...


Weil Steine leise sprechen
und nur im Flüstertone
von ihrem Schicksal künden,
vernehmen nur jene diese Stimmen,
die auch der Stimme des Windes,
der Wolken und der Blumen lauschen
und ihnen ihr Geheimnis abgewinnen.

(Carl Peter Fröhling) 
 

Samstag, 28. Januar 2017

Im Himmel gemacht...

 

Hör auf dein Herz es spricht ganz leise,
lass dich von deinen Gefühlen tragen.
Die Liebe braucht in Wahrheit nur Stille
und vermag ohne Worte so Vieles zu sagen.
 
Liebe spricht eine andere Sprache.
Raum und Zeit lässt sie zurück.
Es zählt nicht Gestern und nicht Morgen,
denn die Liebe lebt den Augenblick.
 
Sie ist die Kraft, die Flügel verleiht,
sie legt den schönsten Zauber um dich,
lässt Sterne in deiner Seele strahlen
und im Glanz deiner Augen zeigt sie sich.
 
Sie malt ein Lächeln in dein Gesicht,
ist ein Traum aus dem man nie erwacht,
wird uns von den Engeln mitgegeben
und wurde im Himmel gemacht.

(Verena Flori)

Sonntag, 22. Januar 2017

Spiegel...




Deine Liebe ist mein Spiegel.
Er zeigt mir das Blau meiner Augen,
jedes Fältchen,
jedes Lachen kann ich sehen,
jede Sorge erkennen,
jede Spur meines Lebens wiederfinden,
meine Jugend zeigt er mir,
mein Alter.

Dieser Spiegel ist klar, ungetrübt.
Durch ihn verlor ich die Angst, 
mich zu betrachten,
mich so zu sehen, wie ich bin.

(Hanka Lindstaedt)

Donnerstag, 19. Januar 2017

Ich sammle glückliche Augenblicke...




Ich sammle glückliche Augenblicke
ordne sie in Worte und Zeilen
damit sie Bestand haben 
damit sie bei mir sind,
wenn es Abend wird im Leben.

Ich sammle Erinnerungen
verberge sie in meinem Herzen
denn es ist das, was bleibt
über Zeit und Raum 
die Erinnerung an eine Liebe...

(Gerhard Rombach)
 

Montag, 9. Januar 2017

Weil Deine Augen so voll Trauer sind...


Weil Deine Augen so voll Trauer sind,
und Deine Stirn so schwer ist von Gedanken,
lass mich Dich trösten, so wie man ein Kind
in Schlaf einsingt, wenn letzte Sterne sanken.

 

Die Sonne ruf ich an, das Meer, den Wind,
dir ihren hellsten Sonnentag zu schenken,
den schönsten Traum auf Dich herabzusenken,
weil Deine Nächte so voll Wolken sind.

 

Und wenn Dein Mund ein neues Lied beginnt,
dann will ich Meer und Wind und Sonne danken,
weil Deine Augen so voll Trauer sind,
und Deine Stirn so schwer ist von Gedanken...

 

(Mascha Kaleko) 

until we meet again...

Each morning when we awake
we know that you are gone.
And no one knows the heartache
as we try to carry on.


Our hearts still ache with sadness
and many tears still flow.
What it meant to lose you,
No one will ever know.


Our thoughts are always with you,
your place no one can fill.
In life we loved you dearly,
in death we love you still.


There will always be a heartache,
and often a silent tear,
but always a precious memory
of the days when you were here.


If tears could make a staircase,
and heartaches make a lane,
we'd walk the path to heaven
and bring you home again.


We hold you close within our hearts,
and there you will remain,
to walk with us throughout our lives
until we meet again.


Our family chain is broken now,
and nothing will be the same,
but as God calls us one by one,
the chain will link again.

(author unknown)

In Gedanken bei Stefan und seiner Familie in der schweren Zeit der tiefen Trauer in diesen Tagen...
 

Dienstag, 3. Januar 2017

Neujahrslied


Mit der Freude zieht der Schmerz
traulich durch die Zeiten,
schwere Stürme, milde Weste,
bange Sorgen, frohe Feste
wandeln sich zur Seiten.

 

Und wo eine Träne fällt,
blüht auch eine Rose,
schön gemischt, noch eh’ wir’s bitten
ist für Throne und für Hütten
Schmerz und Lust im Lose.

 

War`s nicht so im alten Jahr?
Wird`s im neuen enden?
Sonnen wallen auf und nieder,
Wolken geh´n und kommen wieder
und kein Wunsch wird`s wenden.

 

Gebe denn, der über uns
wägt mit rechter Wage,
jedem Sinn für seine Freuden,
jedem Mut für seine Leiden
in die neuen Tage.

Jedem auf des Lebens Pfad
einen Freund zur Seite,
ein zufriedenes Gemüte
und zu stiller Herzensgüte
Hoffnung ins Geleite. 

(Johann Peter Hebel)

Allen meinen Blogleserinnen und -lesern wünsche ich von Herzen ein wunderschönes, zufriedenenes und glückliches, neues Jahr!